Katholische Christinnen und Christen sind in der Nachfolge Jesu zur aufmerksamen Anwesenheit und zur Verkündigung des Evangeliums in ihrer Welt aufgefordert. Anwesend und Zeugnis gebend in der Öffentlichkeit einer komplexen spätmodernen Gesellschaft.
Aufmerksam für die Freuden und Sorgen ihrer Mitmenschen und der Gesellschaft, in der sie leben, wie für die Nöte der Schöpfung. Aufmerksame Anwesenheit besteht nicht in unbeteiligter Beobachtung, sondern in exemplarischer Existenz und engagierter Anwaltschaft im Sinne der Lehre Jesu und der theologisch reflektierten kirchlichen Tradition.
Die Unübersichtlichkeit unserer Städte, die demographische und finanzielle Entwicklung unserer Gemeinden und die Sehnsucht der Menschen nach klaren Botschaften und prägnanten Bildern fordert in neuer Weise die Sichtbarkeit der katholischen Kirche und die Konzentration ihrer Kräfte in den interreligiösen, kulturellen, wissenschaftlichen, sozial/politischen und wirtschaftlichen Diskursen unserer Gesellschaft. Nicht zuerst Trauer über Vergangenes, sondern mutige und entschlossene Schritte in eine Zukunft sind von uns gefordert, von der wir glauben, dass sie in Gottes Hand liegt und von den Christgläubigen mitgestaltet werden kann und soll.

Neues Denken und neuer Geist
Das Haus am Dom ist ein Haus des Bistums Limburg, in dem die geschilderten Aufgaben für das Bistum Limburg in der Metropole Frankfurt a.M. konzentriert wahrgenommen werden.
Unter den genannten Bedingungen steht es für eine Bündelung der geringer werdenden finanziellen Kräfte und für eine Erneuerung des Zeugnisses, der kulturellen Diakonie und Zeitgenossenschaft. Dies geschieht im Rahmen eines integrierten Finanzierungs- und Bildungskonzeptes. Das Haus ist in vielfältiger Weise in Strukturen des Bistums eingebunden. Gleichzeitig geht es nicht in diesen Strukturen auf, sondern bietet das Podium für Selbstreflexion und Neu-Evangelisierung. Als Tagungs- und Begegnungszentrum will es interreligiöse, kulturelle, wissenschaftliche, soziale, politische und wirtschaftliche Debatten anstoßen und begleiten. Es steht ausdrücklich dem Dialog mit anderen religiösen, kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Kräften der Stadt und des Landes zur Verfügung.
Katholische Akademie Rabanus Maurus
Im Haus am Dom finden Film- und Vortragsreihen, Aktuelle Foren und Domgespräche statt. Jeden Donnerstag stellt sich in der Soirée am Dom ein interessanter Gast der Diskussion. In z.Zt. 17 Hintergrundkreisen reflektieren Unternehmer, Juristen, Mediziner, Journalisten und andere Berufsgruppen über aktuelle Fragen und ethische Dimensionen ihres beruflichen und persönlichen Handelns.
Träger dieser Veranstaltungen ist im Wesentlichen die Katholische Akademie Rabanus Maurus. Hier arbeiten seit 2007 neben dem Direktor fünf Studienleiterinnen und Studienleiter in den Themenfeldern Philosophie/Theologie, Ethik/Naturwissenschaft/Medizin, Wirtschaft und Finanzen, Soziales in der Einen Welt, Lebenskunst/Interkulturelles/Literatur. Hinzu kommen zwei Mitarbeiter für die Felder Kunst und Kirche sowie Zeitgeschichte und Neue religiöse Bewegungen.
Erwachsenenbildung
In der Erwachsenenbildung des Bistums wirken Bildungswerke und Verbände der Erwachsenenbildung gemeinsam mit ehrenamtlichen Bildungsbeauftragten in den Pfarreien und Pastoralen Räumen. Die Bildungsarbeit in den elf Bezirken mit ihren Bildungswerken wird von hauptamtlichen LeiterInnen in den Standorten Wiesbaden, Montabaur, Limburg/Hadamar, Maintaunus/Hochtaunus (mit Sitz im Haus am Dom) und Frankfurt begleitet und organisiert. Die Qualität dieser Arbeit hängt wesentlich auch am Engagement und der Qualifikation der ehrenamtlichen Bildungsbeauftragten vor Ort.

Integriertes Bildungssystem
Katholische Akademie und Erwachsenenbildung sind durch ein integriertes Bildungssystem in der gemeinsame Aufgabe der Bildung von Erwachsenen verklammert. Sie erreichen verschiedene Milieus, pflegen unterschiedliche Veranstaltungsformate und bieten optisch deutlich unterscheidbare Programm an. Die wissenschaftliche Expertise der Akademie steht der Erwachsenenbildung für konkrete Kooperationen in der Fläche vor Ort, vor allem aber insofern zur Verfügung, als die Studienleiter der Akademie wesentliche Beiträge zu den inzwischen neun verschiedenen „blended learning“ Modulen zu Themen wie „Katholische Soziallehre“, „ II. Vatikanisches Konzil“ oder „Kirchenführungen“ leisten. Umgekehrt verstehen sich Bildungswerksleiter als Agenten der Akademie in der Fläche und vermitteln so Möglichkeiten für exzellente Veranstaltungen in der Fläche des Bistums.