Lesung & Gespräch aus Tora, Bibel und Koran
Heilige Texte — Lesungen und Gespräch aus Bibel und Koran
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Stadtbücherei - Zentralbibliothek
Hasengasse 4 60311 Frankfurt |
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| Kosten: | Eintritt frei |
| Anmeldung: | Sie brauchen sich nicht anmelden - kommen Sie einfach. Sie sind herzlich willkommen. |
15.11.2006: Krieg
Der Krieg stellt den Ernstfall jeder Religion dar: Kann es sein, dass Gott Kriege nicht nur nicht verhindert, sondern sie sogar fordert? Wie geht das zusammen mit der Vorstellung eines den Menschen zugewandten Gottes? Die Referierenden des Abends versuchen ihre je persönliche Antwort auf die bedrückenden Fragen.
| Zeit: | 15.11.2006, 19:30 Uhr |
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| Referenten: |
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17.01.2007: Angst
Für den dänischen Philosophen und Theologen Sören Kierkegaard gehört Angst zum Menschsein. Er unterscheidet sie von der Furcht, die immer auf etwas Konkretes bezogen sei, wohingegen die Angst unbestimmt, ohne konkretes Objekt bleibe. Im letzten sei Angst vor der Kontingenz, vor der Endlichkeit. Die Psychoanalyse baut auf die Erkenntnisse Kierkegaards auf. Angst ist nicht bei allen Menschen gleich, aber sie ist bei allen Menschen da. Jede Religion muss sich mit diesem Phänomen beschäftigen.
| Zeit: | 17.01.2007, 19:30 Uhr |
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14.02.2007: Liebe
In den drei abrahamischen Religionen ist Liebe ein zentraler Begriff. Dass es Menschen, dass es Schöpfung gibt, ist Ausdruck der Liebe Gottes. Die angemessene menschliche Antwort ist wiederum Liebe - zu Gott aber auch zueinander. Dabei umfasst die Liebe ein breites Spektrum von Empfindungen, Regungen, Tätigkeiten; von der Sexualität bis zur Mystik.
| Zeit: | 14.02.2007, 19:30 Uhr |
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| Referenten: |
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21.03.2007: Tod
Vom Tod wird gesagt, er sei das einzig sichere im Leben. Jedes Lebewesen, jeder Mensch muss sterben. Dennoch gehört Unsterblichkeit zu den Ursehnsüchten der Menschheit. Judentum, Christentum und Islam geben ihre je eigenen Antworten auf den Sinn eines vom Tode bedrohten Lebens und auf die Frage, wie Gott zu Tod und Sterben steht.
| Zeit: | 21.03.2007, 19:30 Uhr |
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| Referenten: |
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24.09.2007: Hoffnung
Für religiöse Menschen hat die Hoffnung als Erwartung eines gewünschten, zukünftigen, Gutes eine doppelte Dimension: die Hoffnung, die sich auf das Diesseitige richtet und die Hoffnung auf das die Welt Transzendierende. Angesichts des Todes ist letztere immer eine 'Hoffnung wider alle Hoffnung'. In den Abrahamischen Religionen gründet diese in der Treue Gottes und seiner Verheißungen. Abraham, der Vater des Glaubens für Judentum, Christentum und Islam lehrt aber, dass wir auch unsere diesseitigen Hoffnungen in Gott begründet sein lassen und sie vor ihn hintragen dürfen.
| Zeit: | 24.09.2007, 19:30 Uhr |
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29.10.2007: Zorn
Ist Zorn eine Sünde? Gar eine Todsünde? Oder ist er vielmehr eine spontane Reaktion? Dürfen glaubende Menschen zornig sein? Auf andere Menschen? Auf Gott? Und was ist mit der Rede vom 'Zorn Gottes'? Was sagen die Texte aus Bibel und Koran zum Phänomen des Zornes?
| Zeit: | 29.10.2007, 19:30 Uhr |
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28.11.2007: Teufel
Judentum, Christentum und Islam sind monotheistische Religionen. Es gibt nur einen Gott; keinen Gegengott, keine anderen Wesen, die Gott ebenbürtig wären. Dennoch kennen alle drei Religionen den Teufel. So unterschiedlich und vielfältig wie die Namen, die ihn bezeichnen, so unterschiedlich und vielfältig sind auch die Vorstellungen, die Menschen von ihm haben. Bibel und Koran sind merkwürdig zurückhaltend und uneindeutig in ihrer Rede vom Teufel. Die Leerstellen wurden von Tradition und Volksreligiosität umso pittoresker aufgefüllt.
| Zeit: | 28.11.2007, 19:30 Uhr |
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23.01.2008: Freude
In der Ethik ist wahre Freude die angemessene Reaktion auf das Gute (und Schöne). Sie beschreibt in den monotheistischen Religionen einen Zustand, der angestrebt wird. Sie wird als dauerhaft für das Jenseits erhofft. Im Leben hier und jetzt wird sie nur anfanghaft und als vergänglich erfahren. Sie ist Ausdruck des Glaubens an einen Gott, der Freude hat an seiner Schöpfung und der will, dass auch die Geschöpfe sich freuen. Die Beterin bzw. der Beter in Judentum, Christentum und Islam fordert oftmals die gesamte Schöpfung oder Teile von ihr auf, sich an Gott zu freuen. In der Gebrochenheit menschlicher Existenz gibt es jedoch viele Gefühlsregungen, die trotz ihres Namens mit wahrer Freude wenig zu tun haben; z.B. die Schadenfreude.
| Zeit: | 23.01.2008, 19:30 Uhr |
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20.02.2008: Gewalt
Gewalt ist das, was überall existiert; - und doch nicht sein soll. In Judentum, Christentum und Islam kann Gewalt als Synonym für Sünde gebraucht werden. Ungleich dem verwandten Begriff Herrschaft gibt es fürGewalt im religiösen Kontext keine positive Konnotation. Jede Religion muss zu dem Phänomen der Gewalt Stellung beziehen. Was sagen die heiligen Texte der monotheistischen Religionen über ihren Ursprung und die Erlösung von ihr?
| Zeit: | 20.02.2008, 19:30 Uhr |
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12.03.2008: Auferstehung
Die Hoffnung auf die Auferstehung bzw. die Auferweckung von den Toten ist Judentum, Christentum und Islam gemeinsam. In der Religionsgeschichte ist sie eine vergleichsweise junge Erscheinung. Sie ist begründet in der Treue Gottes; nicht wie viele Religonskritikerinnen und kritiker annehmen in dem unvernünftigen Wunsch nach der Unendlichkeit des eigenen Selbst. Die Vorstellungen von der Auferstehung bzw. Auferweckung divergieren in den monotheistischen Religionen. Das Christentum versteht sich als Antwort auf Sterben und Auferstehen Jesu Christi und nimmt insofern eine Sonderposition ein.
| Zeit: | 12.03.2008, 19:30 Uhr |
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24.09.2008: Essen und Trinken
Essen und Trinken:
In allen Religionen spielen Mahlfeiern eine wichtige Rolle. Sie stärken nicht nur den Zusammenhalt der Glaubenden und fördern die Gruppenidentität , sondern sind oft auch Mittel der Kommunikation mit dem Heiligen. Viele religiöse Feste haben gemeinsames Essen und Trinken als wesentlichen Bestandteil. Jede der abrahamischen Religionen kennt bestimmte Speisevorschriften.
| Zeit: | 24.09.2008, 19:30 Uhr |
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29.10.2008: Rache
Mein ist die Rache, ich werde vergelten, spricht der Herr. (Röm 12,19b); - ein bekanntes Zitat aus dem Brief des Apostels Paulus an die Römer. Jede Religion steht vor der Aufgabe, Gewalt zu kanalisieren und Rache einzugrenzen bzw. zu sanktionieren. Die Rache nicht selbst in die Hand zu nehmen, sondern sie an Gott zu delegieren ist eine bemerkenswerte religiöse Leistung, die die drei abrahamischen Religionen erbracht haben. Die Vorstellung von einem Gott, der rächen kann und es auch tut, wirkt in Judentum, Christentum und Islam der verniedlichenden Vorstellung von einem Gott entgegen, der lieb ist, weil er nichts tut.
| Zeit: | 29.10.2008, 19:30 Uhr |
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26.11.2008: Paradies
Paradise lost lautet Miltons zutreffende Beschreibung der menschlichen Befindlichkeit. Wir leben in einer Welt, von der wir spüren, dass sie so nicht sein sollte; und wir haben eine Idee von einem Urzustand, in dem alles gut war. Dieser Zustand wird utopisch postuliert oder als faktisch historisch vergangener geglaubt. Auf jeden Fall erweckt er in den Menschen die Sehnsucht, die einen unwiederbringlichen Verlust begleitet. Trotz vieler Gemeinsamkeiten divergieren die Vorstellungen vom Paradies in Judentum, Christentum und Islam charakteristisch.
| Zeit: | 26.11.2008, 19:30 Uhr |
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28.01.2009: Träume
Jeder Mensch träumt; - nur erinnern sich nicht alle daran. In den Religionen sind Träume mehr als nur Schäume. Sie sind Kommunikationsmittel zwischen Gott und den Menschen. Wichtige Personen in Judentum, Christentum und Islam waren und sind große Träumende. Auch die Psychologie weiß, dass im Traum verborgene und verschüttete Dimensionen der Seele ihr Recht einfordern, wahrgenommen zu werden. Freuen Sie sich mit den Veranstaltenden auf einen traumhaften Abend.
| Zeit: | 28.01.2009, 19:30 Uhr |
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18.02.2009: Mission
Missionarisch Kirche sein war ein Slogan, der in jüngster Zeit viele Befürchtungen und historisch traumatische Erinnerungen bei Vertreterinnen und Vertretern nicht-christlicher Religionen wachgerufen hat. Aber Mission als Zeugnis für den eigenen Glauben gehört zu jeder Religion. Wie lässt sich der positive Sinngehalt des Begriffs trotz belasteter Vergangenheit in die heutige Zeit transportieren? Von jüdischer, christlicher und islamischer Seite werden Texte zur Mission vorgestellt.
| Zeit: | 18.02.2009, 19:30 Uhr |
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| Referenten: |
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25.03.2009: Fasten
Fasten ist nicht gleichbedeutend mit weniger essen. Nicht zuletzt der Ramadan hat die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit von der Gewichtsreduktion wieder stärker auf die religiöse Dimension des Fastens hingelenkt. Alle drei abrahamischen Religionen kennen Fasten als Vollzug zu bestimmten Zeiten und in Zusammenhang mit unterschiedlichen Ereignissen. Zahlreiche Texte nehmen Bezug darauf.
| Zeit: | 25.03.2009, 19:30 Uhr |
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30.09.2009: Natur
Für die abrahamischen Religionen ist Gott Schöpfer nicht nur der Menschen, sondern der ganzen Welt. Die nichtmenschliche Natur ist dem Menschen vorgegeben; beide sind voneinander abhängig. Aber ist die vorgegebene Natur Norm oder Gestaltungsraum? Wie wird sie in Bibel und Koran vorgestellt?
| Zeit: | 30.09.2009, 19:30 Uhr |
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04.11.2009: Homosexualität
Judentum, Christentum und Islam haben gegenüber Homosexualität große Vorbehalte. Sie setzen in der Regel eine gottgewollte Ordnung voraus, die der Mensch in der Natur ablesen kann. Diese Natur gilt als zweigeschlechtlich angelegt; eine andere sexuelle Ausrichtung wird als Abweichung betrachtet. Homosexuelle Praxis (nicht die homosexuelle Neigung) gilt dementsprechend meist als schuldhaft bzw. sündig. Was sagen die religiösen Texte dazu?
| Zeit: | 04.11.2009, 19:30 Uhr |
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16.12.2009: Familie
Die Familie als Abstammungszusammenhang wird in der Regel als primärer Ort der Glaubensweitergabe betrachtet; von den Religionen wird sie deswegen besonders geschützt. Auch in den für Judentum, Christentum und Islam maßgeblichen Texten spielt die Familie eine besondere Rolle.
| Zeit: | 16.12.2009, 19:30 Uhr |
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20.01.2010: Heilige Orte
Für Judentum, Christentum und Islam ist Geschichte ein linearer Prozess; demzufolge gibt es Orte, die mit historischen Ereignissen im Leben der für die jeweilige Religion bedeutsamen Person oder Personen verbunden sind. Diese Orte finden meist in den Urkunden des Glaubens Erwähnung. Sie werden im Laufe der Zeit zum Ziel von Wallfahrten und Pilgerreisen.
| Zeit: | 20.01.2010, 19:30 Uhr |
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24.02.2010: Heilige Zeiten
Das Religiöse als Unterbrechung wird in Judentum, Christentum und Islam durch besondere Festzeiten im Jahreskreis markiert. Die Feste stehen in Verbindung mit Ereignissen im Leben der für die abrahamischen Religionen wichtigen Personen.
| Zeit: | 24.02.2010, 19:30 Uhr |
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24.03.2010: Heilige Menschen
Für alle drei abrahamischen Religionen ist allein Gott heilig; nur Gott wird angebetet und verherrlicht. Dennoch kennen Judentum, Christentum und Islam Menschen, denen in der und für die Religion eine hervorragende Bedeutung zugesprochen wird und die als verehrungswürdig gelten.
| Zeit: | 24.03.2010, 19:30 Uhr |
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15.09.2010: Lohn und Strafe
Lohn und Strafe erscheinen im Alltag oft nicht angemessen verteilt. Bereits die altorientalische Weisheitsliteratur hatte Probleme angesichts des Phänomens, dass es guten Menschen eben nicht gut und schlechten eben nicht schlecht geht. Aber welches ist das Bezugssystem, nach dem gut und schlecht bemessen uns dementsprechend Lohn und Strafe verteilt werden? Und ist die Tugend wirklich ihr eigener Lohn? Ist die Handlung noch gut, wenn ich sie tue, nur weil ich eine Belohnung erhoffe bzw. andernfalls eine Strafe befürchte? Wie hilfreich ist es, Lohn und Strafe ins Jenseits zu verlegen?
| Zeit: | 15.09.2010, 19:30 Uhr |
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27.10.2010: Gläubige und Ungläubige
Judentum, Christentum und Islam unterscheiden in je eigener Weise zwischen denen, die der eigenen Religionsgemeinschaft angehören und denen, die es nicht tun. Je nach Zeit und Weltbild sind die Nicht-Dazugehörigen Feindinnen, Andere, Heiden, Fremde, Götzendiener, Weggefährtinnen. Die Grenzen sind nicht fix; sie sind im Fluss. Und erst recht steht nicht für alle Zeiten fest, wie man die, die nicht dazugehören, zu behandeln hat. Und wie gehen wir bei dem Glauben an einen Gott mit den Unterschieden in den abrahamischen Religionen um?
| Zeit: | 27.10.2010, 19:30 Uhr |
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24.11.2010: Endlichkeit und Ewigkeit
Wenn wir eines genau wissen, dann ist es: Wir sind endlich. Nicht nur sterblich, sondern eben endlich; wir sind immer etwas und nicht alles; jede Möglichkeit, die wir verwirklichen, schließt andere von der Verwirklichung aus. Wenn Menschen von Gott reden, reden sie über Unaussprechliches. Mystikerinnen und Mystiker in den abrahamischen Religionen gehen deswegen davon aus, dass man eigentlich nicht über Gott, sondern nur mit Gott sprechen kann. Dennoch könnte keine Religion existieren, würde sie nicht von der Möglichkeit eines Dialogs auch über den Unterschied von Endlichkeit und Ewigkeit ausgehen.
| Zeit: | 24.11.2010, 19:30 Uhr |
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26.01.2011: Hass
Im Unterschied zu Neid und Habgier gehört Hass nicht zu den klassischen sieben Hauptlastern, bei denen es sich jeweils um einen schlechten Habitus (Grundeigenschaft) handelt. Trotzdem steht er zu Beginn unserer Lasterreihe, denn er deckt die negative Seite des Zorns (eines der klassischen sieben Hauptlaster) ab. Hier hat sich die Sprache verändert; wir kennen einen gerechten Zorn, einen heiligen Zorn, Texte sprechen vom Zorn Gottes. Hass aber bezeichnet genau das, was nicht sein soll. Er ist keine einzelne Tat, drückt sich aber in Taten aus. Für alle Religionen gilt: Hass zerstört.
| Zeit: | 26.01.2011, 19:30 Uhr |
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23.02.2011: Neid
Sind wir nicht alle irgendwie auf irgendwen neidisch? Selbstverständlich! Aber Neid im ethisch und religiös relevanten Kontext bedeutet: Ich will auf keinen Fall, dass Du das hast (oder bist), was Du hast (oder bist). Und solcher Wille ist eben kein Wunsch, sondern setzt sich in Taten um, denn er zielt immer auf Herstellung des gewollten Zustandes. Judentum, Christentum und Islam wissen um die Gefährlichkeit dieses Neides, - ein personaler Gott und Gottes Schöpfung kann immer Ziel davon werden.
| Zeit: | 23.02.2011, 19:30 Uhr |
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23.03.2011: Habgier
Im Vergleich mit Hass und Neid erscheint Habgier vergleichsweise harmlos. Aber das Tückische an den sieben Hauptlastern ist, dass sie eigentlich nie für sich allein existieren, sondern immer die anderen gleichsam mittransportieren. Habsucht oder Habgier (klassisch auch manchmal Geiz genannt) instrumentalisiert jede, jeden und alles im Hinblick auf das Ziel des Besitzens. Und so gibt es in den Religionen auch die Versuche, Gottes habhaft zu werden. Die Habgier ordnet dem aufgeblähten Ich alles unter, - wie auch Hass und Neid es tun. Das Sein-Lassen-Können und es anderen lassen können erscheint so als Gemeinsamkeit aller Tugenden.
| Zeit: | 23.03.2011, 19:30 Uhr |
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21.09.2011: Tyrannei
Ist Gott ein Tyrann? Nicht nur in lange zurück liegenden historischen Zeiten, auch in aktuellen Zusammenhängen berufen sich Gewaltherrscher zu ihrer Legitimation auf Gott, göttliches Recht, ihre göttliche Auserwählung. Was genau ist aber Tyrannei und wie positionieren sich Bibel und Koran angesichts dieses Phänomens?
| Zeit: | 21.09.2011, 19:30 Uhr |
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23.11.2011: Weltende
Gott ist ewig, unendlich und allgegenwärtig; Gott ist als Schöpfer das schlechthin andere zur Schöpfung; - so bekennen es Judentum, Christentum und Islam. Dementsprechend ist die Welt als nicht-göttlich endlich, wie und wann aber das Ende der Welt sich ereignet, darüber gibt es in Judentum, Christentum und Islam durchaus verschiedene Vorstellungen, aber auch innerhalb jeder der abrahamischen Religionen divergieren die Hoffnungen und Befürchtungen.
| Zeit: | 23.11.2011, 19:30 Uhr |
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07.12.2011: Gotteslästerung
Ist Gotteslästerung Dummheit? - Wenn es Gott nicht gibt, auf jeden Fall; wenn es Gott gibt, düfte er oder sie darüber stehen. "Gotteslästerung" zielt also eigentlich auf die Glaubenden, sie sollen verhöhnt werden. Bibel und Koran wissen um Spott und Verachtung mit der Prophetinnen und Propheten von ihren Zeitgenossen bedacht werden. In den religionsbegründenden Schriften sind diese Spötter die Toren, deren Weg ins Verderben führt. Wie steht es heute um die Gotteslästerung? Wie unterscheidet sie sich von Religionskritik und/oder satirischer Betrachtung der Religionen?
| Zeit: | 07.12.2011, 19:30 Uhr |
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25.01.2012: Weisheit
Judentum, Christentum und Islam schätzen die Weisheit hoch. Die altorientalische Weisheitslehre, die ihre Verkörperung in der ägyptischen Maat fand, hat Spuren in Bibel und Koran hinterlassen. Weisheit ist eine der hervorragenden Eigenschaften Gottes; der Mensch ist aufgerufen, an der Weisheit Gottes teilzuhaben. Diese Teilhabe wird in den Begriffen von "Gottesfurcht" und "Frömmigkeit" beschrieben.
| Zeit: | 25.01.2012, 19:30 Uhr |
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29.02.2012: Humor
"Der Humor ist der Regenschirm der Weisen", hat Erich Kästner gesagt. Er ist die Fähigkeit nichts Geschaffenes, vor allem nicht sich selbst so übermäßig ernst zu nehmen, dass für anderes kein Platz mehr ist. So gesehen ist Humor ein probates Mittel gegen die Versuchung zum Götzendienst. Insofern er Relatives relativ sein lässt, ist er zutiefst menschlich. Wo und wie findet sich Humor in den maßgeblichen Schriften von Judentum, Christentum und Islam?
| Zeit: | 29.02.2012, 19:30 Uhr |
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28.03.2012: Heilige Schrift(en)
"Heilig" ist allein Gott, das bekennen alle drei abrahamischen Religionen. Im analogen Sinn wird der Begriff 'heilig' aber auch auf Personen und Dinge angewandt, die mit dem Göttlichen in besonderer Beziehung stehen. Das 'Heilige' ist abgesondert vom Profanen. Was zählt in Judentum, Christentum und Islam zu den Heiligen Schriften? Wie sind sie entstanden? Wie unterscheiden sie sich von anderer Literatur?
| Zeit: | 28.03.2012, 19:30 Uhr |
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12.09.2012: Magie
Magische Praktiken werden im Prinzip in allen drei abrahamischen Religionen abgelehnt, impliziert ihre Ausübung doch immer den Versuch, das Göttliche zu manipulieren, Gott den eigenen Willen aufzuzwingen. Dennoch ist der Volksfrömmigkeit das Magische keineswegs fremd. Es durchdringt oftmals sogar unbemerkt auf vielfältige Weise den Alltag. Sind Magie und nichtmagische religiöse Vollzüge überhaupt immer klar voneinander zu unterscheiden? Was sagen Bibel und Koran dazu?
| Zeit: | 12.09.2012, 19:30 Uhr |
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24.10.2012: Politik
Judentum, Christentum und Islam kennen Phasen in ihrer Geschichte, die eine klare Unterscheidung von Politik und Religion unmöglich erscheinen lassen. Darüber hinaus gilt: Wenn die eschatologische Hoffnung eine gemeinschaftliche Gestalt hat, ist die Religion per se politisch. Dennoch gehört die Trennung von politischer und religiöser Gewalt zum Selbstverständnis eines neuzeitlichen Staatswesens.
| Zeit: | 24.10.2012, 19:30 Uhr |
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28.11.2012: Gerechtigkeit
Keine Bewegung, ganz gleich ob religiöser oder politischer Couleur, kann darauf verzichten, sich als Streiterin für eine gerechte Sache darzustellen. Was aber die Einzelnen unter Gerechtigkeit verstehen divergiert durchaus. In den für Judentum, Christentum und Islam maßgeblichen Schriften ist Gerechtigkeit ein zentraler Begriff. Durch die Jahrhunderte bleibt strittig, wie sich Gnade und Gerechtigkeit Gottes zueinander verhalten.
| Zeit: | 28.11.2012, 19:30 Uhr |
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23.01.2013: Vater
Von der vaterlosen Gesellschaft bis hin zur feministischen Kritik an der Rede von Gott als Vater reicht die Problematik der Begrifflichkeit. Aus der religiösen und liturgischen Sprache ist der Vater dennoch nicht wegzudenken; auch terminologische Umschreibungen setzen einen bestimmten Begriffsumfang voraus. Dabei können die irdischen Väter das Verständnis für den himmlischen Vater erschweren oder erleichtern und umgekehrt.
| Zeit: | 23.01.2013, 19:30 Uhr |
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20.02.2013: Mutter
Nicht erst die feministische Theologie weiß, dass ein göttlicher Vater ohne mütterliche Komponenten undenkbar ist. Und Männer aller Generationen und Kulturen sind auf der Suche nach ihrer verborgenen (und verlorenen?) Weiblichkeit. Vielleicht stand ja das Matriarchat am Anfang der Kulturentwicklung, ist das Patriarchat der Sündenfall schlechthin und gibt es Hoffnung nur, wenn wir in das verlorene Paradies zurückkehren? Bibel und Koran erzählen von Müttern, die für Generationen Vorbildfunktion haben. Wie lesen wir ihre Geschichten heute?
| Zeit: | 20.02.2013, 19:30 Uhr |
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20.03.2013: Kind
In Bibel und Koran gilt Kinderlosigkeit als Makel; Kinderreichtum ist Zeichen göttlichen Segens. Aber wenig erfahren wir in den Schriften über das Leben der Kinder selbst. In der Sprache des Gebets und der Liturgie bezeichnen die Glaubenden sich als Kinder Gottes; eine Kindheit, der man nie entwächst. Außerhalb religiöser Zusammenhänge ist die Dauer kulturell variabel. Über die Kindheit der zentralen Glaubensgestalten in Judentum, Christentum und Islam gibt es viele Erzählungen; nicht alle haben Eingang in die maßgeblichen Texte gefunden.
| Zeit: | 20.03.2013, 19:30 Uhr |
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