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Daheim auf 2 qm – Vom Leben im Käfig 17.10.2009

Misereor-Ausstellung zum Thema Menschenrecht auf Wohnen

Daheim auf 2 qm - Cage People in Hongkong (Foto:Misereor)FRANKFURT. Leben in einem Käfig – freiwillig? In Hongkong leben mehr als 100.000 Menschen in kleinen Käfigen, rund 20.000 von ihnen sind Kinder. Die doppelstöckigen Käfige sind oft nicht größer als zwei Quadratmeter. In ihnen findet ein ganzes Leben statt: Menschen, die so genannten Cage People, schlafen und wachen darin, erziehen ihre Kinder, bewahren die persönliche Habe auf, - und träumen von einem Leben, das ihnen mehr Raum gibt, sich zu entfalten.

Das Haus am Dom zeigt bis zum 7. November die Ausstellung „Daheim auf 2 qm – Vom Leben im Käfig“. Die Ausstellung des katholischen Hilfswerks Misereor (Aachen), die am Donnerstag, 15. Oktober, um 18.00 Uhr im Haus am Dom, Domplatz 3, eröffnet wird, ist Teil des Rahmenprogramms zur Frankfurter Buchmesse und ihrem Gastland China. Im Video lädt Sie Dr. Georg Horntrich zur Ausstellung ein.

Um auch eine breitere Öffentlichkeit auf die Situation der „Käfigmenschen“ aufmerksam zu machen, hat die Misereor-Partnerorganisation Society for Community Organization (SoCO) in Hongkong ihre Situation zusammen mit professionellen Fotografen künstlerisch aufgearbeitet. Auf 16 Bannern ist ein Teil der Fotos im Haus am Dom zu sehen. Zur Ausstellung gehören auch eine Foto-Installation in Originalgröße eines der Hongkonger Käfigheime sowie ein doppelstöckiger Käfig in Originalgröße.

SoCO ist eine Nichtregierungsorganisation, die sich für die so genannten „Käfigmenschen“ engagiert. Neben der psychosozialen Betreuung der Betroffenen konzentriert sich SoCO besonders auf die Menschenrechtsarbeit, Rechtsberatung und Lobbyarbeit. Mit ihren Erfahrungen und Kenntnissen ist SoCO bereits mehrfach in Genf bei Anhörungen von UN-Gremien vorstellig geworden und hat sich unter anderem für die Wohnrechte der Betroffenen eingesetzt.

Denn ein Zuhause, das Individualität ermöglicht oder auch nur Privatsphäre bietet, sind diese Käfige nicht. Die Käfige parzellieren laut SoCO teure Hochhaus-Etagen, deren Mieten für viele unerschwinglich sind. Bis zu 100 Menschen teilen sich eine Etage in einem Hochhaus. Die Käfige dienen als einzelne Wohneinheiten. Manchmal stehen für ein Dutzend Menschen oder mehr nur eine Dusche und Toilette zur Verfügung. Gekocht wird auf ein paar alten Elektroplatten auf dem Flur oder in einem Raum, der den Namen Küche nicht verdient. Einen Kühlschrank sucht man oft vergeblich.

In der schillernden Metropole Hongkong sind ca. 1,3 Million Menschen ökonomisch und sozial an den Rand gedrängt. Häufig sind dies alte Menschen, alleinerziehende Frauen mit ihren Kindern und Migranten aus Festland-China. Als Folge einer fehlgeplanten Wohnbaupolitik finden insbesondere alleinstehende Menschen keinen sozialen Wohnraum. Clevere Haus- und Wohnungsbesitzer haben darin einen lukrativen Markt erkannt. Sie bestücken Wohnungen, die sonst eine einzelne Familie beherbergen würde, mit der größtmöglichen Zahl an Käfigen und vermieten sie überteuert an die, die sich nichts anderes leisten können.

Eröffnung der Ausstellung: „Daheim auf 2 qm – Vom Leben im Käfig“, Donnerstag, 15. Oktober, 18.00 Uhr

Ausstellungsdauer: 15.10.-07.11.2009, täglich 09.00-17.00 Uhr